Lass mich los!
- At 12. Mai 2012
- von Conni
- In Kolumne
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Es ist das große, schwere Los. Etwas oder jemand gehen zu lassen. Was hält uns fest, was halten wir noch fest? Warum? Wer eine Wohnkosmetik bucht, weiß, dass er nicht drum herum kommt: Ums Loslassen von Ballast, von Ungeliebtem, von Kaputtem und von Doppeltem. Ich sehe, dass die Menschen Außen voll sind, aber innen oft leer. Oh, diese verdammten Kompensationen, diese Kicks für den Augenblick, wenn wir was Neues anschaffen, wir etwas scheinbar Notwendigem hinterher jagen. Dabei braucht der Mensch nicht viel, und er benötigt noch viel weniger. Und wonach er sehnt, das findet er in keinem Katalog.

Ich kenne die schlechten Gewissen meiner Kunden, die plötzlich zur Wegwerfgesellschaft gehören, wenn wir im Einsatz sind. Aber welchen Preis zahlten sie fürs Festhalten? Wer viel hat, hat auch viel Arbeit. Die Wege des Anhäufens sind vielfältig und haben viele Gesichter, aber am Ende ist das Ziel immer das gleiche: aus Räumen endlich ein Zuhause zu machen! Endlich wieder Freunde einladen, gerne wieder träumen, ankommen, sich fallen lassen, speisen, feiern, chillen, verführen. Unser Zuhause ist der beste Spiegel, in den wir häufiger mal ganz tief blicken sollten. Wir allein richten unser Zuhause ein, nicht Tante Uschi, die es ja gut meint mit ihrem Nippes. Werden Sie wieder anspruchsvoll mit dem, was Sie umgibt. Ausmisten ist die schnellste Therapie für zwischendurch!
Dieses Abwerfen, Loslassen, Befreien von Dingen, die wir längst nicht mehr wahr nehmen. Die in hintersten Ecken verstauben und vor sich hin vegetieren. Mir tun die Dinge manchmal leid – verschenken Sie sie, verkaufen Sie sie. Meine Kunden lieben es, wenn ich Kompromisse schließe: von Trockensträußen eine Knospe abschneiden, vom Hochzeitskleid eine Collage bauen, aus verwaschenen Blusen ein Kissen nähen. Ich habe schon alles gesehen. Kein Wohnzustand ist mir fremd, und der desolateste Zustand ist mir lieb und wert genug, ihn anzugehen. Wann fangen Sie an? Am besten JETZT!
Legen Sie los! Entweder binden Sie an jede Türklinke eine Tüte, in die Sie jeden Tag aus dem Raum etwas hineinwerfen. Oder Sie arbeiten nach dem 3-Tüten-System: Wegschmeißen (Kaputtes, Abgelaufenes) – Verkaufen (ebay Kleinanzeigen, Flohmarkt) – Verschenken (Freunde, soz. Einrichtungen). Legen Sie Ihre Lieblingsmusik ein und schlüpfen Sie in die Wohlfühlklamotten. Und dann befreien Sie sich! Reißen Sie Schubläden und Schranktüren auf, holen Sie alles raus, wischen Sie aus und sortieren zurück, was Ihnen wirklich gefällt. Sorgen Sie für Platz, damit Dinge kommen können, die Sie anziehen wollen. Es wird nicht kommen, für das es keinen Platz gibt! Menschlich gesprochen: wie soll ER denn kommen, wenn Sie auf ihn nicht vorbereitet sind? Und im Bett nur ein Kissen, nur ein Nachtschränkchen?
„Wenn ER kommt, kann ja alles angeschafft werden!“ Ja, so reden meine Kunden, bevor ich anfange, mit ihnen liebevoll zu schimpfen. Bereiten Sie vor, was sein soll! Leben Sie, als sei Gewünschtes bereits Gegenwart! Nehmen Sie alles unter die Lupe. Die Tasse hat vier Sprünge? Weg damit! Der Nagellack ist schon verklumpt? Weg damit! Die Blumentöpfe sind so abgestoßen? Weg damit! Und drehen Sie jetzt keine Lampe um, die einen Sprung in der Schüssel hat – der Sprung bleibt, auch wenn sie ihn nicht sehen. Der Keller ist voll? Sie sehen ihn nicht, aber: Sie fühlen ihn! Ich will, dass die LAST, mit der Sie sich umgeben, zur LUST an der Reduktion wird.
Es gibt so Vieles mehr natürlich, das wir loslassen können. Und dabei sind wir gut: wir lassen jeden Tag schon etwas los: ein Tag Leben. Und in jedem Augenblick ZEIT! Sie sind also stets mittendrin! Und schlechte Gedanken und Angewohnheiten? Lächeln Sie mal – wer lächelt, kann nicht sauer sein! Und kommen Sie nicht weiter, dann bin ich da für Sie! Gemeinsam powern wir und schaffen mächtig Platz! Und danach geht es ans Gestalten Ihrer Räume. Und danach kommt das Finetunung. Sie werden es lieben, versprochen! Letzte Frage: Wenn manche Dinge sprechen könnten, was würden die Ihnen sagen? Etwa „LASS MICH LOS!“ ? Übrigens: für womaninthecity-Leser gibt‘s bei mir 5% Rabatt! Danke bis hierhin.
Ihre Conni Köpp (und wie immer: schreiben Sie mir gern!)conni@witc-verlag.de

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Magda
Liebe Conni!
Super Artikel! Du hast ein sensibles Thema so liebevoll auf den Punkt gebracht! Wirklich klasse.
Ich selbst miste in regelmäßigen Abständen meine Räume aus und staune jedes Mal darüber, was sich (bzw. ich) über die Zeit immer mal wieder ansammelt (ansammle). Das ist unglaublich!
Und dann, nach jedem Gang zu den Containern, stellen sich sofort folgende Gedanken ein: “Was für eine Befreiung! Was für ein Gefühl! Leichtigkeit pur!”
conni
liebe magda,
ich danke dir!
und wenn erst mal mein neues wohnbuch auf dem markt ist, dann hauts auch den letzten zweifler von der couch……denn genau DAS ist mein thema! :-)
lg conni
Kasia
Warum ist nicht wochenende? Ich will aufräumen, aussortieren und wegschmeissen!! :-)
Simone Happel
Liebe Conni,
ganz herzlichen Dank für diesen inspirierenden Artikel! Ich habe da schon seit Wochen so ein paar Kisten und Körbe rumstehen… Jetzt mache ich mich auf und befreie mich!
LG Simone